Geh heim, Rat

Geh heim Rat

Geheimrat Goethe in unseren Tagen geboren, fristet sein Dasein als Leserbriefschreiber.

Ach, tausende Texte hätte ich im Kopf, wunderschöne, den Faust, die Iphigenie auf Tauris, Die Leiden des jungen Werther, Egmont, ach so viele habe ich ersonnen und zu Papier gebracht, aber keiner will sie lesen. Von Verlag zu Verlag bin ich geeilt, man lehnt mich ab. Mich, Johann Wolfgang von Goethe.

„Nicht zeitgemäß“ haben sie gesagt die werten Herren und Damen der Verlagsgesellschaften. In die Werbung sollt ich gehen, so haben sie gemeint, ich sollte sogar meinen West-östlichen Divan der Familie Putz beim XXX-Lutz anbieten.

Ignoranten. Fast wär` ich geneigt ihnen ein Zitat aus meinem Götz von Berlichingen zuzurufen: Sagt Eurem Lektor: Er aber solle mich am Arsche lecken.

Da haben sie mir einen Rat gegeben: Ich möge heimgehen. Ich Johann Wolfgang von Goethe. Geh Heim Rat haben sie gesagt, es wäre ein „geh Heim“ Rat. (Schluchzt auf)

Mein Leben muss ich nun fristen mit gar grässlichen Ergüssen, welche das Volk angeblich von mir verlangt. „Gedichte“ nennen sie es, „Gedichte“, als ob dies jämmerlich Geschreibsel auch nur im Entferntesten einem Gedicht gliche.

Geburtstagsgedichte, Glückwünsche, Glückwünsche zur bestandenen Fahrprüfung, zur Lehrabschlussprüfung, zum goldenen Taubenzüchtervereinsabzeichen und was weiß ich noch so alles.

Und wehe, wenn das Versmaß stimmt, die Anzahl der Silben jenen uralten Regeln entspräche, die uns die Metrik, die Versform und die Strophengliederung gebietet.

Hexameter, Pentameter, hinfort mit euch, es muss neu zerstückelt, gerüttelt, vermischt werden, um die Gunst des Lesers zu erlangen.

Dann, nur dann wird es auch für mich, den armen Geh Heim Rat Goethe eine Honoration geben.

Wie ich diese Zeilen hasse: „Das hättest du dir nicht gedacht, dass du Heute aus der Zeitung lachst“.

Nichts passt zusammen, es packt mich ein Würgen ich breche nicht nur alle Regeln der Dichtkunst sondern auch mein karges Mittagsmahl. „Heut` macht das Lesen einen Sinn, denn heut stehst du selber drin….“ (würgt)

Das wollen sie haben, der Pöbel regiert diese Welt, ach wär ich nur so um 1749 geboren, nicht hier im Land des Boulevards, sondern vielleicht in Frankfurt am Main, was hätte aus mir werden können. Welch große Geister hätte ich treffen können, Beethoven wär` ein Weggesell von mir gewesen, statt dessen bin ich hier ein Weggesell des DJ Ötzi und schreibe Texte die es mir gebieten, an meinem Geisteszustand ernst zu zweifeln. Nur des schnöden Mammons wegen. Napoleon hätt` ich begegnen können, statt dessen treff` ich Sarkozy.

Ach habt Erbarmen mit mir und lasset mich ein einzig mal die Dichtkunst zeigen, die mir innewohnet. „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche“, so würde ich euch einen Osterspaziergang erdichten, „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, durch des Frühlings holden belebenden Blick, im Tale grünet Hoffnungsglück der alte Winter, in seiner Schwäche, zog sich in raue Berge zurück.“

Doch nichts von all dem wollt ihr lesen, stattdessen muss ich feig als Pseudonym in Leserbriefen den Namen „Franz Weinpolter“ verwenden, um im Auftrag meines Herrn das Weltgeschehen zu kommentieren.

So will ich länger nicht mein Leben fristen, o stürbe ich und sei mein letzter Satz: „Mehr Licht…..“ ich hege ernsthaft die Befürchtung, man nähme diesen Satz fortan als Werbung für die Lampenabteilung eines Möbelhauses.

So wie ich einst ein Werk hab angeboten, viel Seiten lang, betitelt war es „Iphigenie auf Tauris“, gekürzt ward es genommen, als Text für einen Reisprospekt.

So schwör ich ab der Dichtkunst, die man mir gebietet, wenn ich nicht dichten kann wie mir mein Herz befiehlt, so will der andern Dichtkunst ich mein Herz nun schenken, oder, wie es mein kluger Zeitgenosse Reinhard Mey beschrieb:

(geht singend ab) „Ich werde Klempner von Beruf, ein dreifach hoch dem der dies goldne Handwerk schuf, denn auch in den ärgsten Nöten gibt es immer was zu löten, ich werde Klempner von Beruf.“)

Reisen mit Konfuzius

Unsere Arbeitswelt wird immer hektischer, immer schneller, man sollte das Tempo drosseln, besser noch „erdrosseln“. Immer öfter denke ich ans Verreisen.

Meine Gedanken sind 365 Tage im Jahr auf Urlaub. 5 Wochen davon sind sie in der Lage, meinen Körper mit zu nehmen. Diese Zeitspanne nennt man „Urlaub“. Dazu geschaffen, damit wir uns erholen und endlich entspannen können obwohl, die wahre Erholung findet doch an der Arbeitsstätte statt, nämlich in der Zeit wo sich der Chef auf Urlaub befindet.

Urlaub, ausgetretene Pfade verlassen, also verreisen. Ein „r“ weggelassen und man denkt an den Nordpol als Reiseziel. Verreisen, aber wohin? Wie sagte schon der alte Konfuzius: „Eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Reisekatalog“. Broschürte Vielfalt, tausende Reiseziele, oder doch jedes Jahr derselbe Urlaubsort? Wie Indiana Jones auf der Suche nach der goldenen Ehrennadel der Marktgemeinde?

Konfuzius meinte auch, der Weg sei das Ziel. Funktioniert heutzutage nicht mehr wirklich. Die urlaubsreifen Massen wollen möglichst schnell an das Ziel ihrer Wünsche gebracht werden. Dosensardinen ähnliche Flugkörper umkreisen den Planeten. Man will nicht von A nach B, man will von Daheim nach Woanders, möglichst flott, aber gemach, gemach, kehren wir zurück zum ersten Schritt, zum Reisekatalog.

Die alte Frage der Menschheit: Woher kommen wir, Wer sind wir und Wohin fahren wir auf Urlaub? Für wie viele Wochen reicht das Geld und reicht es auch für die Rückreise? Ins oder ans, Gebirge oder Meer? Norden, Süden, Osten, oder brauchen wir Westen? Kann man alleine über das Urlaubsziel entscheiden oder wird einem eröffnet, dass Kompromisse geschlossen werden müssen? Man darf ja Taucherbrille und Schnorchel mitnehmen, es wird aber trotzdem auf die Alm gefahren. Ich will aber unbedingt ans Meer, mein Sternzeichen ist Möwe, Aszendent Albatros. Ich liebe die mediterrane Küche und ich kann „Bitte ein Bier“ auf Italienisch, Kroatisch und Griechisch sagen. Meine erste Urlaubsreise führte mich allerdings vor über 40 Jahren nach Frankreich. Ohne fachkundige Beratung durch Reisebüroangestellte, lediglich mit Hilfe einer Straßenkarte und einer grünen Ente. Mein erstes eigenes Auto, ein nagelneuer grüner Citroen 2 CV mit 23 PS, einem luftgekühltem  Zweizilynder Viertakt Boxermotor und Frontantrieb. Die Schweizer sagten „Döschwo“ zu ihm, wir in Österreich nannten ihn „Ente“. Die Franzosen sagten deux chevaux. Mit keinem anderen Auto danach konnte ich so herrlich in die Kurven gehen. Auf der Strecke nach Kärnten, und zwar auf der alten Bundesstraße über Frantschach – die Autobahn gab es damals noch nicht – habe ich in den engen Kurven sogar einen BMW abgehängt. Schnickschnack wie Airbag, ABS, ESP oder Ähnliches gab es damals auch nicht, aber ein Faltdach das ich bei Schönwetter natürlich immer aufgerollt hatte. Mit meiner Körpergröße von 198 cm pflegte ich einen Fahrstil, bei dem ich mit dem Kopf ständig über dem oberen Rand der Windschutzscheibe war, was zur Folge hatte, dass meine, damals lang getragenen Haare, stets wie frisch geföhnt aussahen. Ein Zweimannzelt im Kofferraum und einen zweiten Mann am Beifahrersitz, mein Schulfreund Heli erklärte sich bereit, das Abenteuer mit mir zu wagen, ging es ab Richtung Frankreich. Am ersten Tag schafften wir gerade die

Strecke bis zum Gardasee. In Arco fanden wir einen Campingplatz und stellten bei strömendem Regen das Zelt auf. Windschief natürlich, das verstand sich von selbst.

Am nächsten Tag ging es dann weiter Richtung Genua, permanent auf der ersten Autobahnspur, an ein Überholen war mit 23 PS nicht zu denken, schon gar nicht bei dem, fast ständig wehenden Gegenwind. Freundlich winkten uns die Italiener beim Vorbeifahren zu, die meisten hupten auch noch, daran musste man sich erst gewöhnen, je südlicher desto hup. Die Sonne hatte sich auch wieder entschlossen ein Scheindasein zu führen und somit war das Dach eingerollt und meine Nase fast ständig über der Windschutzscheibe. Bei jeder Rast und der dazu gehörigen Konsumation bekamen wir entsprechend Kleingeld gewechselt, das beim Sitzen im Auto gehörig drückte und so „entsorgten“ wir die Münzmengen im Kofferraum in einem meiner Schuhe. Bei Schuhgröße 46 hatte schon einiges Platz. Wir sammelten Lire und Francmünzen, diese Maßnahme sollte uns dann….. aber dazu später. Der Euro war damals ja noch nicht einmal in den Köpfen der Verantwortlichen, ja, von einigen Verantwortlichen gab es damals noch nicht einmal die Köpfe.

Bei Genua erblickten wir das erste Mal das Meer und ein gewaltiger Windstoß hätte uns beinahe von der Autobahn geweht, mein Entlein hatte ja nur ein sehr geringes Gewicht und wir zwei Urlauber wogen damals auch nur einen kleinen Teil von dem was wir Heute auf die Waagen bringen. Vielleicht rettete uns ja da schon unsere Münzsammlung im Kofferraum.

Am zweiten Tag schafften wir es bis Cannes und wir wuselten mit unserem Entlein zwischen Rolls Royce, Lamborghinis und Bentleys herum. Meine Fahrtwindfrisur war damals der Hingucker am Strand von Cannes.

In der Nähe von Nizza entdeckten wir dann, müde und abgekämpft wie wir waren, ein altes, verwittertes Schild mit einem Zelt darauf. Ein alter Steinbruch war hier offensichtlich zu einem Campingplatz erkoren worden. Einige Zelte waren schon aufgebaut, es waren jedoch keine Menschen zu sehen. Auch der zweite Anlauf, unser Zelt halbwegs gerade aufzubauen scheiterte, aber zum Schlafen würde es wohl genügen. Gerade als wir uns zur Ruhe in unser Zelt begeben wollten, tauchten die ersten „Mitcamper“ auf. Ein Verbrecheralbum war lebendig geworden. Um uns bewegten sich Gestalten die einem durch ihren bloßen Anblick das Fürchten lehren konnten. So schnell hatten wir unser Zelt noch nie, und auch später nie wieder, abgebaut. Weiter nach La Napoule, hier gab es einen akzeptablen Campingplatz und unser Zelt stand bald schon, natürlich wieder windschief, auf dem Rasen. Unsere direkten Zeltnachbarn waren Deutsche, die es sich nicht verkneifen konnten zu bemerken, wir hätten unser Zelt wohl in Pisa gekauft. Nach einer unruhigen Nacht, mir träumte ich wäre noch immer auf dem Steinbruch-Campingplatz und rund um mich würde gemeuchelt, erwachten wir gegen Mittag und es wurde uns erstmals so richtig bewusst: „Wir sind in Frankreich“.

Essen gehen, französisch essen, aber unser Gusto übertraf unsere Barmittel bei Weitem und so setzten wir uns in das kleine Bistro direkt am Campingplatz. Meine Versuche, auf Französisch zu bestellen sorgten für allgemeine Heiterkeit aber wir bekamen dann doch noch etwas Essbares auf die Teller. Kein Champagner, keine Froschschenkel, aber ein Stück gegrilltes Fleisch und Bratkartoffel schmeckten so vorzüglich, dass wir ein anständiges Trinkgeld gaben und natürlich wieder Münzen, dieses mal Francs, zurück bekamen. Mittlerweile war ein Schuh schon vollgemünzt und auch der zweite Schuh war schon fast voll. Mit vollem Magen und etwas Vin Rouge in den Venen wurden wir übermütig und meinten, am selben Nachmittag noch weiterfahren zu müssen. St. Tropez, das war uns ein Begriff, lief doch damals der Film „Der Gendarm von St.Tropez“ mit Lois de Funes in unseren Kinos und

tatsächlich, die Polizisten dort sahen alle aus wie Lois de Funes. Ihre lustigen Käppchen hatten es uns angetan. Hier wollten wir uns amüsieren. Als erstes fuhren

wir an den Strand, parkten unser Entlein und begaben uns für ein paar kurze Schwimmzüge ins damals noch recht kühle Meer. Wir waren an der Cote d`Azur, Gendarmen mit lustigen Käppchen, sogenannte „Flics“  bewachten unser Auto, so dachten wir. Na ja, das mit der Cote d`Azur stimmte, aber was die Bewachung unseres Autos betraf, unterlagen wir einem großen Irrtum. Als wir zum Auto zurückkamen, bemerkten wir, dass es aufgebrochen war und unsere Geldbörsen waren samt Inhalt verschwunden. Auf zur Polizeistation, um den Diebstahl zu melden, aber wie, wenn keiner von uns französisch kann? Die Gendarmen waren ohne Käppchen nur mehr halb so lustig und weigerten sich, eine andere Sprache als Französisch zu verstehen oder zu sprechen. Unsere Pläne, auch noch Paris zu besuchen, lösten sich in französische Luft auf. „Merde“, ich konnte mein erstes französisches Wort, hätte aber gerne darauf verzichten können. Wie sollten wir wieder nach Hause kommen, der Tank war nur mehr halb voll und wir hatten kein Geld mehr, oder halt, im Kofferraum waren noch zwei Schuhe Größe 46, voll gefüllt mit französischem und italienischem Kleingeld. Die Heimkehrmöglichkeit war gerettet und Graz sah uns wieder, mit Schuhen im Kofferraum, in denen gerade noch 50 Lire herumklimperten.

Zum Abschluss zitiere ich nochmals Konfuzius: „Wohin du auch gehst, gehe mit ganzem Herzen“ und ich ergänze: „…und einem Paar Schuhe, Größe 46, im Kofferraum“.

 

Sozialismus light.

Rede von Viktor Adler anlässlich 125 Jahre Sozialdemokratie in Österreich.

 

Freundschaft Genossen –das hättets wohl gern was? Ja – fürchtets euch nur. Ich bins. Der Adler.Nein. Keiner von den Skispringern. Der Viktor. Viktor Adler. Nein. Ich hab nicht die Dampfturbine erfunden. Das war der Viktor Kaplan. Ich hab eine Bewegung gegründet. Eure Bewegung, die sozialdemokratische Bewegung. Ja. Könnts euch jetzt erinnern? Habts glaubt ich bin schon tot ? Ha? Jetzt werds bleich gell? Der Name Viktor Adler ist untrennbar verbunden mit der Geschichte der Sozialdemokratie. So wie der Name ALMDUDLER untrennbar mit dem Trachtenpärchen verbunden ist. Genau so wie es heute Almdudler light gibt, genau so gibt es heute leider Sozialismus light. Die Arbeiterbewegung ist in eine Arbeiterlethargie verfallen. Mein ursprünglicher Gedanke einer Notwehr der entrechteten, verelendeten, und an den Rand der Gesellschaft gedrängten Industriearbeiterschaft ist einer permanenten Notwehrüberschreitung gewichen. 125 Jahre Sozialdemokratie in  Österreich, aber alles ist zur Lottoschau verkommen: „Alles ist möglich“. Demokratie in Österreich? Alle Macht geht dem Volke aus. Die Arbeiterbewegung ist geschwächt – und zwar so geschwächt, dass sie getragen werden muss. Sozialismus light. Getragen wird die Sozialdemokratie von Funktionären im Nadelstreif. Der Arbeiter wird getragen – und zwar mit den Füßen nach oben, damit ihm auch noch die letzten Euro aus der Tasche purzeln. Die Arbeiterbewegung verkommt zur letzten Zuckung. Sozialdemokratie light. Kohlensäurearm. Es stößt einem nicht mehr so oft auf. Ein stilles Wasser. Aber nicht tief, wie es sich für ein stilles Wasser gehört. Seicht. So seicht wie die Reden der Politiker. Leopold Figl hat damals den Österreichern zu Weihnachten gesagt: „Ich kann euch nichts geben……“, die heutigen Politiker beschränken sich nicht auf Weihnachten, die geben einem das ganze Jahr nichts. Außer Reden, die keiner versteht. Reden vor der Basis der Partei, der Arbeiterschaft. Vorher lassen sie sich noch von der Maniküre Dreck unter die Fingernägel schieben. Sozialdemokratie light. Weniger Inhaltsstoffe für mehr Geld. Mit Kapselverschluss. Cap – und offen. Garantiert harmlos. Garantiert ohne Nebenwirkungen. Der sozialistische Gedanke, das war eine Fackel, ein Feuer. Auf Englisch – ja da schauts, Englisch kann ich auch, auf Englisch also: FIRE. Aber wie schon das bekannte Lied sagt: Light, my Fire. Die Flamme light. Verbrennungen garantiert ausgeschlossen, dafür aber auch keine Erwärmung. Kaltes Licht. NEON-Sozialismus. Faymann leuchtet, aber die Sicherung ist im Keller. Kurz. Schluss. Kurzschluss. Cap – und finster. Millionen Arbeiter greifen zum Streichholz und sie sehen plötzlich das wahre Gesicht des Sozialismus. Und sie staunen und schauen und verbrennen sich die Finger. Wann die da kann Sozialismus hab`n, geh i wieder ham.

Feindschaft Genossen,.

Sozialismus light.

Späte Rache

Die neue Wohnung. Alles noch neu, bis ganz hinauf in den dritten Stock wo wir, eine damals noch dreiköpfige Familie, nun wohnen sollten. Über die alte Wohnstätte wurde der Mantel des Schweigens gebreitet, möglichst Niemand sollte erfahren, dass wir aus dem Glasscherbenviertel, der einzigen Barackensiedlung von Graz hier her gezogen waren. Vater hatte eine Fixanstellung bei den Grazer Stadtwerken bekommen, ein mäßiges, aber regelmäßiges Einkommen. Mutter hatte ihre kleine Repassierwerkstatt am Grazer Färberplatz geschlossen und wollte sich fortan der weitaus aufreibenderen Berufung als Hausfrau und Mutter hingeben.

Die neue Wohnung hatte westseitig und ostseitig jeweils einen langen Balkon der für mich ein absolut unnötiges Accessoire war da ich schon damals, mit knapp fünf Jahren an grässlicher Höhenangst litt. Für Mutter war der Balkon allerdings ein Paradies. Eine ihrer hausfraulichen Leidenschaften war das Wäschewaschen. Was sich ostseitig an Landschaft hinter der ständig dort baumelnden Wäsche verbarg, wusste ich lange nicht. Früh in den Morgenstunden verbargen schon leicht tropfende Wäschezeilen die Sicht auf den Schöckl und den Kalvarienberg. Westseitig war es allerdings nicht so beliebt Wäsche aufzuhängen, hier war der Verschubbahnhof und es gab noch echte Dampfloks, die zwar imposant anzusehen waren, die aber auch Dampf,  Russ und Asche absonderten, was der frisch gewaschenen Wäsche nicht sehr zuträglich war.

Mutter war von den neuen Nachbarn hier mehr als begeistert, in der Wohnung gegenüber wohnte sogar ein echter Professor der großen Wert darauf legte, mit „Herr Oberstudienrat“ angesprochen zu werden. Einen Stock tiefer wohnte ein Oberpostrat mit seiner Oberposträtin, auch die weiteren Mieter im Hause hatten interessante Titel und Berufe, ein Kapellmeister, ein Ingenieur – ich korrigiere: Ein Diplomingenieur, und es gab sogar einen Hausmeister. Der hatte keinen Titel aber alle hatten Respekt vor ihm. Ich musste lernen alle korrekt anzusprechen, also niemals zum Oberstudienrat „Herr Professor“ sagen, oder zum Herrn Diplomingenieur nur „Herr Ingenieur“ sagen. Immer ein freundliches „Grüß Gott“ vorangestellt.

**

Ostersonntag. Heimatlos gewordene Rauchschwaden durchziehen das Grazer Becken. Blütenduft vermischt sich mit dem Geruch der noch glosenden Osterfeuer. Man könnte ein Parfum mit dem Namen „Ostersonntag“ kreieren. Basisnote glosendes Gestrüpp, Herznote Blüten, frisch, fröhlich, frühlingshaft. Die Herznote, ein harmonisches Potpourri aller Duftbestandteile, sie bildet den eigentlichen Charakter, das Herz des Parfums. Die Basisnote ist der Fond, der den Duft sanft und angenehm ausklingen lässt. Dieses Potpourri hat seinen Reiz. Vor allem Hustenreiz. Noch eine Komponente mischte sich in diese Duftsymphonie: Aufregung. Die Aufregung eines Fünfjährigen. „Geh` in den Hof spielen, mit den anderen Kindern, das wird sicher lustig. Was glaubst wie die staunen werden über deine schöne neue Schaufel“, sagte meine Mutter und mein Vater, den Mund voller Liköreier, nickte zustimmend. Der Osterhase, dieses wundersame Tier war erstmals hier in der neu bezogenen Wohnung zu uns gekommen. Der Glaube an Spielzeug bringende Wundertiere war damals bei mir durchaus noch vorhanden. Dass er, nämlich der Osterhase auch noch bunte Eier absonderte erhöhte den Reiz noch um einiges, dass er allerdings für die Erwachsenen auch noch Liköreier und sonstiges unbrauchbares Zeug brachte, na ja, er war eben, wie bereits erwähnt ein wundersames Tier. Die Schaufel war wirklich wunderschön, leicht und handlich, das Schaufelblatt gelb lackiert mit einem stabilen Holzgriff. Mit einem unverdorbenen Stolz

 

wie ihn nur Kinder haben können, verließ ich die Wohnung im dritten Stock Richtung Hof. Ich würde der König der Sandkiste sein, ein Antoni Gaudi der Sandburgen.

Kathedralen aus Sand würde ich erbauen, bewundert von den anderen Kindern die unbekannterweise nun auf mich warteten.

Mit anderen Kindern spielen, das war etwas gänzlich Neues für mich. In der alten Wohnung, dort in der Barackensiedlung hatten mich meine Eltern hermetisch gegen jeden Umgang mit anderen Kindern abgeschirmt. Mein einziger Kontakt zu anderen Personen war der zu meiner Großmutter, die mich beaufsichtigte wenn meine Eltern arbeiten waren, aber hier, in der neuen Wohnung war das etwas Anderes. Mit Kindern von Beamten, Ingenieuren, Kapellmeistern und Oberstudienräten musste man spielen. „Freu dich“ „Das wird sicher lustig“, die Worte meiner Mutter klangen mir noch im Ohr als ich, nun doch etwas zaghaft den Hof betrat.

Die anderen Kinder waren schon länger hier zugezogen und kannten sich bereits untereinander. Christian und Walter, die Söhne des Ingenieurs, Inge, die Tochter des Kapellmeisters, Ingrid und Waltraud, die Postbeamtenkinder und Herbert und Helga, die Kinder des Hausmeisters vom Nachbarhaus.

Ich war neu hier, ein Fremder. Meine erste Bekanntschaft mit Xenophobie. „Nichts, da musst du durch“ dachte ich mir und Mutters „das wird sicher lustig“ half mir ein wenig dabei.

Wie ein Forscher der auf einen, bislang unbekannten Eingeborenenstamm trifft, wollte ich mir das Wohlwollen meiner zukünftigen Spielkameraden erkaufen und in Ermangelung von Glasperlen oder ähnlichem Tand reichte ich Christian, der anscheinen der Häuptling der skeptisch dreinblickenden Kinderschar war, meine schöne neue Schaufel. Der Osterhase würde stolz auf mich sein. Christian umklammerte mit festem Griff, wie es sich für einen wahren Häuptling gehört, den Stiel der Schaufel, in seinen Augen blitzte so etwas wie Freude auf. Sekunden später landete das Schaufelblatt, von starker Kinderhand geführt, auf meiner Nasenwurzel. Der Ausdruck von Freude im Gesicht des Kinderhäuptlings verstärkte sich.

Etwas Warmes, Klebriges rann mir übers Gesicht, der momentane Schock ließ keinen Schmerz aufkommen fast wie in Zeitlupe drehte ich mich um und verließ den Hof. Das war also das so großartig angepriesene „Spielen mit anderen Kindern“. Ich fand es, im Gegensatz zu meinen Eltern, nicht lustig. In den nächsten Wochen nach diesem Vorfall lebte ich zurückgezogen wie ein Eremit. Meine Eltern schickten mich zwar zum Spielen in den Hof, ich aber verbrachte diese Zeit einsam aber glücklich im Stiegenhaus. Während die anderen Kinder in diesem Sommer eine gesunde Gesichtsfarbe bekamen, manche sogar richtig braun wurden, blieb ich blass. „Er ist halt blond, da wird man nicht so leicht braun“ sagten meine Eltern, ich aber wusste es besser.

Meine Zeit im Stiegenhaus verbrachte ich damit, die Stufen zwischen den einzelnen Stockwerken zu zählen und ich grüßte höflich die Erwachsenen, die gesamte Litanei von „Grüß Gott Herr Oberstudienrat“ bis „Grüß Gott Herr Diplomingenieur“, den Kindern aber ging ich aus dem Weg, ich wollte es nicht mehr „Lustig“ haben.

Ich wurde ein verschlossenes Kind. Meinen Eltern fiel das nicht auf, bekamen sie doch von allen Erwachsenen Lob für das brave, ruhige Kind das immer so höflich grüßte.

Meine Kenntnisse, dass es vom ersten in den zweiten Stock neun Stufen, aber vom zweiten in den dritten Stock nur acht Stufen waren, behielt ich für mich. Bald lernte ich auch rückwärts zu zählen, addieren, subtrahieren, kurzum die Zahlen wurden meine besten und einzigen Freunde und so war es weiter nicht verwunderlich, dass ich später, viel später, Buchhalter wurde. Ein guter Buchhalter, einer der besten die es in Graz gab und so war es nur eine Frage der Zeit bis ein sogenannter „Headhunter“ mich kontaktierte und fragte, ob ich nicht Chefbuchhalter bei einem der größten Energiekonzerne der Steiermark werden wolle. Meine Qualifikationen waren mehr als ausreichend und so wurde ein Vorstellungstermin beim Chef des Unternehmens fixiert.

 

 

 

Als ich seinen Namen las dachte ich: „Sieh da, so trifft man sich wieder“. Christian, der damalige Kinderhäuptling hatte es auch hier ganz nach Oben geschafft.

Er konnte sich nicht mehr an mich erinnern, es war schließlich und endlich mehr als 30 Jahre her, dass er mit seiner Familie in eine feinere Wohngegend fortgezogen war. Ich saß ihm gegenüber, korrekt gekleidet, sauber gescheitelt und gekämmt, den Blick leicht gesenkt und meine Aktentasche auf den Oberschenkeln. „Haben sie da ihre Bewerbungsunterlagen drinnen?“ fragte er mich. „Auch“ gab ich zur Antwort. „Was denn noch?“ erkundigte er sich mit einem jovialen Grinsen im Gesicht. Langsam und bedächtig öffnete ich meine Aktentasche und zog meine neueste Erwerbung heraus: Eine wunderschön gelb lackierte Sandschaufel mit stabilem Holzstiel.

Frohsinn kommt vor dem Fall.

 Elementarteilchen (Gottesteilchen) erzählt. Mit Engelshaarperücke, die am Ende abgenommen wird und darunter kommen Teufelshörner zum Vorschein.

 Mir ist schlecht und schwindlig. Aber so was von schwindlig. Vom Ringelspiel fahren. Aber kein gewöhnliches Ringelspiel. Keines wo alle damit fahren können. Extra für mich gebaut.

Milliarden habt ihr ausgegeben für mein Ringelspiel. Milliarden. Während anderswo Menschen verhungert sind. Milliarden. Nur für mich.

Fast mit Lichtgeschwindigkeit habts mich herumzentrifugiert. Dabei habt ihr gar nicht gewusst, obs mich überhaupt gibt. Schlecht ist mir geworden beim Herumschleudern und eine Schluckauf hab` ich auch bekommen dabei. (hickst) Und plötzlich habts alle gerufen: „Das ist es, wir habens gefunden, das Higgsteilchen“.

Gefeiert habt ihr die Entdeckung dann. Mit Champagner angestoßen. Aber ich sag euch: Frohsinn kommt vor dem Fall. Bis jetzt war ich nur ein hypothetisches Elemtarteilchen, elektrisch neutral und instabil.

Instabil bin ich jetzt auch noch, und schlecht ist mir auch noch immer. Schlecht vor allem von eurer Anmaßung. Jetzt glaubt ihr, dass ihr alles über die Entstehung der Welt wisst? Ihr wisst`s nicht einmal wie es eurem Nachbarn geht, aber über die Entstehung der Welt wollts Bescheid wissen? Ha. Das „Gottesteilchen“ habts mich benannt. Ich werd`s euch zeigen wo Gott wohnt. Die Welt habts in einen Zustand gebracht, dass sich nicht einmal die Kometen mehr einschlagen trauen. Ihr schlagts euch gegenseitig die Schädel ein, sprengts euch gegenseitig in die Luft, laßts andere verhungern, verpestets die Luft und das Wasser, aber da trinkts Champagner weils glaubts ein Teilchen von Gott entdeckt zu haben. Mich, das Gottesteilchen. Ihr habt absolut keine Vorstellung davon, wer oder was Gott ist, aber jetzt habts ja ein Teilchen von Gott. Mich.  (lacht und hickst) Das Higgsteilchen. Das gfallt mir. Ich soll das Teilchen sein, das alles zusammenhält. Die ganze Materie, eure Welt, das ganze Universum. Ha. Mir ist so schlecht, ich kann nicht einmal mich selbst gscheit zusammenhalten. Wenn ich statt Schnackerlstoßen aufgestoßen hätt`, hättets mich dann „Das Rülpsteilchen“ genannt?

Ohne mich gäbs keine Masse, sagt ihr. Ich sag euch auch was: Ohne EUCH gäbs keine Anmaßung.

Ich mag nicht mehr Ringelspielfahren und vor allem möchte ich nicht mehr eure zufrieden grinsenden Gesichter sehen. Wie euch der Champagner ins Hirn steigt.

Gottesteilchen – ha, dass ich nicht lach. Ihr liegts aber so was von daneben.

Ich geh jetzt. Ich geh jetzt dorthin wo ich hingehör. Nein, nicht zu Gott. Da habts euch ein bisserl vertan. Ich geh jetzt dorthin, wo ihr auch bald sein werdets mit eurer Welt, mit euren Experimenten, mit eurer Hochmut und Arroganz. (reißt die Engelshaarperücke vom Kopf, darunter kommen Teufelshörner zum Vorschein)

Ich geh zum Teufel.

Frohsinn kommt vor dem Fall. Elementarteilchen (Gottesteilchen) erzählt. Mit

Rehinkarnation

Was ma als Hausmasta net alls machen muss.

Der Job wird immer stressiger, jetzt haben ma a no a Gemeinschaftssauna, und was glaubens, wer den Badewaschl spielen derf?
I, des war eigentlich fast logisch.

So, jetzt mach ma an Aufguss meine Damen und Herren, des is gsund. Vorher lass ma no a bisserl Sauerstoff rein.

I bin ein guter Aufgießer. Ich hab meine Arbeit voll im Griff. Nur nüchtern mach i immer Fehler. Aber keine Sorge, i hab vorgesorgt, irgendwie muss ma den Flüssigkeitsverlust ja ausgleichen.

Alls schwitz ma raus, alle Schadstoffe, nur die Weisheit bleibt drinnen im Körper. Bei mir hat sie ja besonders viel Platz, die Weisheit.  Manche sagen sogar, i wär vielleicht die Reinkarnation vom Buddha. Reinkarnation, des haßt, wann ma stirbt, dann wird ma wiedergeboren. Als Reh. Oder als Buddha. Könnt schon sein, i mein, so als Hausmeister, da brauchts schon eine Menge Weisheit, damitst mit die Leut klarkommst.

Mit alle kann ma natürlich net klarkommen, net amal mit meiner Weisheit, aber i sag immer: Lieber den Spatz in der Hand als er scheißt mir aufs Dach.

Alle Schichten wohnen da in so einem Mietshaus, und mit alle musst klarkommen, da brauchts viel Weisheit.

Zum Beispiel die Pseudointelektuelle auf der 3er Stiegn, die Kropic, dieses Feuchtbiotopgeflügel, na ja, wenn ich nicht der Buddha wär  tät` ich ja sagen „Sumpftauben“.

„Mei Tochter“ hat sie gsagt, „mei Tochter wird Heuer maturieren, was sagens?“

Hab i gsagt: Mei Tochter hat schon voriges Jahr maturiert.

Heimlich auf ihrem Zimmer, aber man soll die Kinder da ja net dreinreden, die müssen ja irgendwann einmal ihren Körper entdecken, des ghört schon so.

Oder der Angeber vom ersten Stock, BWL hat er studiert sagt er, 16 Semester. Seine Eltern haben schon geglaubt BWL is die Abkürzung für „Bei weitem langsamer“, wie er mir erzählt hat, dass er sich jetzt eine Stereoanlage mit Surround System gekauft hat, „da kommt der Ton auch von hinten, stellen sie sich das vor“ hat er gsagt.
Hab i gmant: Wann i a anständiges Bohnengulasch iss, dann kummt der Ton a von hinten“. Seit dem redt er nix mehr mit mir der Hirni.

Tuns jetzt ja nicht rausgehen während dem Aufguss. Tür zua, sunst wer i krawutisch, obwohl, als Buddha bin i ja die Gelassenheit in Person. I bin so was von gelassen. Mei Frau hat mi zum Beispiel allein gelassen. Mein Vermögensberater hat mich im Stich gelassen, ich bin so was von gelassen. Wappler alle miteinander. Auf die alle ghöreten a paar hungrige Krokodile los gelassen. Und die Saunatür wird zu gelassen, habts mi?

Warum i glaub, dass i die Reinkarnation vom Buddha sein könnt? Weil i glaub an die Seelenwanderung. Mei Seele muss auf der Wanderung bei einige Jausenstationen vorbeigekommen sein.

Des ganze Universum, inclusive der Sauna da, is a große Einheit. So siech i des. Mir san eigentlich alle a anzige Einheit, jeder ist ein Teil vom anderen. Nur wenn i mir vorstell`, dass zum Beispiel die Kropic ein Teil von miroder ich ein Teil von da Kropic, na, des geht schon gar nicht, allein schon aus Gleichgewichtsgründen nicht, uns prackets ja um.

Aber eines muss ich sagen, bei der ganzen Arbeit die man so hat wenn man die Reinkarnation vom Buddha is, bei die ganzen Weisheiten, die einem da immer so abverlangt werden, einen großen Vorteil hat die Gschicht. Wenn ich jetzt zum Beispiel sag, mir reichts, i geh jetzt ….Es fallet gar net auf. Weil, wenn ich jetzt geh, was segn sie dann da auf der Saunabank? Richtig: Nichts. Und wie sie ja alle wissen:

BUDDHA KANN DURCH NICHTS ERSETZT WERDEN.

Rockmusik gegen Tinnitus

24.12.: Meine Tochter Veronika wünscht sich zu Weihnachten einen gemeinsamen Konzertbesuch mit mir.
Super.
Ich liebe Musik, aber liebe ich auch Rammstein?
16.02.: Wir sitzen in der Wiener Stadthalle und warten auf den Beginn des Konzerts.
Die Spannung steigt. Es wird dunkel.
Ich kritisiere die dürftige Licht-Show, werde aber aufgeklärt dass es sich erst um den Platzanweiser mit der Taschenlampe handelt.
Endlich. Es geht los. Feuer. Rauch. Veronika kreischt: „Super“ Ich kreische: „Hilfe“.
Der Sänger leidet offensichtlich an Bandscheibenvorfall und hat eine Stimme wie Gerda Rogers nach dem Stimmbruch.
Angeblich handelt es sich um deutsche Texte, aber – wenn ich schon den Grönemeyer nicht verstehe, wie soll es mir dann bei Rammstein gelingen?
Trotzdem: Die Musik hat auf mich eine heilende Wirkung.
Seit Jahren leide ich an Tinnitus.
Dieses schreckliche Pfeifen im Ohr, das nie weggeht.
Wunder!!!!!
Nach diesem Konzert war mein Tinnitus verschwunden. Kein Pfeifen mehr im Ohr.
Trotzdem ersuche ich, mir nicht telefonisch zu dieser wundersamen Heilung zu gratulieren.
Ich höre nämlich seit diesem Konzert überhaupt nichts mehr.
Meine Tochter ist seit diesem Konzert natürlich absoluter Rammstein Fan.
Zu Hause gibt es nur mehr: Rammschnitzel, Rammgeschnetzeltes und Milchrammsuppe.
Merke daher: Das Leben ist ein ständiger Lärmprozess.

24.12.: Meine Tochter Veronika wünscht sich zu Weihnachten einen gemeinsamen Konzertbesuch mit mir.

Super.

Ich liebe Musik, aber liebe ich auch Rammstein?

16.02.: Wir sitzen in der Wiener Stadthalle und warten auf den Beginn des Konzerts.

Die Spannung steigt. Es wird dunkel.

Ich kritisiere die dürftige Licht-Show, werde aber aufgeklärt dass es sich erst um den Platzanweiser mit der Taschenlampe handelt.

Endlich. Es geht los. Feuer. Rauch. Veronika kreischt: „Super“ Ich kreische: „Hilfe“.

Der Sänger leidet offensichtlich an Bandscheibenvorfall und hat eine Stimme wie Gerda Rogers nach dem Stimmbruch.
Angeblich handelt es sich um deutsche Texte, aber – wenn ich schon den Grönemeyer nicht verstehe, wie soll es mir dann bei Rammstein gelingen?

Trotzdem: Die Musik hat auf mich eine heilende Wirkung.

Seit Jahren leide ich an Tinnitus.

Dieses schreckliche Pfeifen im Ohr, das nie weggeht.

Wunder!!!!!

Nach diesem Konzert war mein Tinnitus verschwunden. Kein Pfeifen mehr im Ohr.

Trotzdem ersuche ich, mir nicht telefonisch zu dieser wundersamen Heilung zu gratulieren.

Ich höre nämlich seit diesem Konzert überhaupt nichts mehr.

Meine Tochter ist seit diesem Konzert natürlich absoluter Rammstein Fan.

Zu Hause gibt es nur mehr: Rammschnitzel, Rammgeschnetzeltes und Milchrammsuppe.

Merke daher: Das Leben ist ein ständiger Lärmprozess.